Früher Start im September

Früher Start im September
Preveza: Venezianischer Glockenturm

Wir hatten große Pläne, wollten von Preveza nach Dubrovnik segeln, dort Freunde an Bord nehmen, mit ihnen die kroatische Inselwelt erkunden und anschließend in die Ionion Marina in Preveza zurückkehren. Daraus wurde aus verschiedenen Gründen leider nichts. Es blieben der frühe Flug und der Wunsch, einmal die Adria zu überqueren.

Am Morgen des 10. September wurde die Tui Manuka ins Wasser geliftet. Anschließend machten wir am Stadtkai von Preveza fest um Vorräte einzukaufen und uns im Psatha, unserer Lieblingstaverne, zu stärken.

Ein wenig wie Heimkommen 😉

Die 23 nautischen Meilen in nordwestlicher Richtung bis zur Two Rocks Bay legten wir fast komplett unter Segel zurück - ein schöner Start in unseren Törn!

Two Rocks Bay

Nach den ersten zwei heißen Tagen auf dem Trockendock konnten wir nun endlich schwimmen gehen und die Seele baumeln lassen. Wir waren im Urlaub angekommen!

Unser nächstes Etappenziel war Korfu- Stadt. Wir versuchten so viel wie möglich zu segeln, mussten aber zwischendurch immer mal wieder den Motor zu Hilfe nehmen. Wie schon im Sommer ankerten wir unterhalb der Alten Festung. Am nächsten Nachmittag gingen wir mit dem Dinghy an Land.

Beliebter Ankerspot!

Immer wieder überholt von Läufern, die am „Corfu Old Town Trail“ teilnahmen und wie wir den höchsten Punkt der Alten Festung erklimmen wollten/mussten, genossen wir die herrlichen Ausblicke, die sich uns boten:

Blick auf die Altstadt …
… mit dem Zieleinlauf im Park

Abends verleiht die beleuchtete Festungsanlage diesem Ankerplatz eine besondere Atmosphäre! 😊

Am nächsten Tag fuhren wir unter Motor zur Bucht Agios Stefanos im Nordosten der Insel an der Straße von Korfu. Albanien liegt hier direkt gegenüber .

Gute Laune auch ohne zu segeln!

Unserem Ziel, der Insel Othoni im Nordwesten Korfus, konnten wir uns heute nicht weiter annähern, da dort der Bär tobte! Erst am folgenden Tag würde das möglich sein. Die Bucht Agios Stefanos bot guten Schutz gegen die vorherrschenden Winde, aber wenig Halt für den Anker. Nicht nur wir mussten den Anker neu setzen, fast alle anderen Boote auch. Eine Frauencrew, deren Skipperin am Strand weilte, als ihr Boot immer mehr in unsere Richtung driftete, bekam die Situation nicht mehr in den Griff und fuhr mit ihrem Bug auf unsere Ankerkette. Danach schrammten sie an unserer Steuerbordseite entlang, obwohl wir alles versuchten unser Boot abzufendern. Zum Glück entstand kein großer Schaden.

Agios Stefanos

Am nächsten Tag dann die übliche, herrliche Morgenroutine: Kaffee trinken, Müsli essen, schwimmen, klar Schiff machen und Anker lichten. Bis zur nordwestlichsten Insel Griechenlands, bis Othoni, waren wir fünfeinhalb Stunden, zumeist unter Motor, unterwegs. Von den starken Winden des Vortages war nichts mehr zu spüren. Auch die Gewitter hatten sich verzogen.

Hafen von Othoni

Im Hafen können bis zu vier Yachten längsseits an einem Holzsteg anlegen, danach geht’s ins Päckchen. Nach dem Anlegerbier …

Man beachte den Hintergrund!

… unternahmen wir einen Spaziergang durch die grüne Landschaft bis zu einer wunderbar gelegenen Aussichtsbank. Von dort aus konnte man sowohl den Hafen sehen als auch die Bucht, in die wir am nächsten Tag „umziehen„ wollten.

Im Vordergrund die Bucht

In Othoni stellte sich die Frage, in welche Taverne man zum Essen gehen wollte, nicht. Es war nur noch eine geöffnet - und das auch nur noch für zwei Tage. Wir kamen mit Nina und Jürgen vom Nachbartisch ins Gespräch und verbrachten einen netten Abend bei interessanten Gesprächen miteinander. Für den nächsten Abend verabredeten wir uns dann zum Essen.

Am Dienstagmorgen füllten wir unsere Essens- und Trinkwasservorräte auf, bevor wir gegen Mittag den Hafen verließen, um in der Nachbarbucht zu ankern. Mit das Schönste beim Ankern in Buchten ist die immer vorhandene Möglichkeit schwimmen zu gehen. Das kosteten wir am Nachmittag so richtig aus! Am frühen Abend holten wir Nina und Jürgen von der Gaudi mit unserem Dinghy ab. Nachdem wir an der Mole angelegt hatten, machte ein deutscher Einhandsegler unser Schlauchboot an seinem Segelboot fest, damit es besser geschützt war. Morgen früh würde er sich nach Dubrovnik aufmachen, wow!

Wie schon tags zuvor verbrachten wir einen schönen Abend in der Taverne „New York“, allerdings bei sehr reduziertem kulinarischem Angebot. Spektakuläres ereignete sich nicht auf dem Teller, sondern draußen vor der Bucht. Immer mehr Gäste - uns eingeschlossen - standen auf und zückten ihre Smartphones. Eine Wasserhose hatte sich gebildet, …

Wasserhose vor Othoni

…, die sich in östlicher Richtung bewegte, als sich eine weitere, etwas kleinere, bildete:

Ein seltenes Spektakel

Kurz darauf zog ein Gewitter auf, so dass wir relativ rasch zu unseren Booten zurückkehrten. Wir verabschiedeten uns von Nina und Jürgen. War nett mit euch, gute Reise!