Sechs Tage in San Foca

Sechs Tage in San Foca

Am 21. September wussten wir noch nicht, dass wir sechs Tage hier verbringen würden. Wir zahlten den Liegeplatz für drei Tage und hofften „auf besseres Wetter“! Den ersten Abend verbrachten wir mit dem netten kanadischen Paar. Wir tauschten uns intensiv aus und erfuhren u.a., dass sie ihre europäischen Skiurlaube, wie wir, in Wolkenstein an der Sella Ronda verbringen.

Der nächste Tag wurde stürmisch. Immer wieder spritzten Fontänen über das Bollwerk, das den Hafen schützt. Aus Interesse schalteten wir zwischendurch mal die Navigation ein. In Spitze erreichten die Böen Windstärke 8.

Böe mit 35,8 Knoten

Wir nutzten den Tag, um unsere Vorräte aufzufüllen. Frisches Gemüse gab es in keinem der Geschäfte mehr, aber ein fliegender Gemüsehändler hatte wenigstens ein paar Basics. Später radelten wir die Küstenstraße südwärts, durchquerten ein kleines Naturschutzgebiet und beendeten die Tour in dem Café, das wir schon tags zuvor besucht hatten.

Naturschutzgebiet nahe San Foca

Mit Hilfe der freundlichen Mitarbeiterin des Hafenbüros gelang es uns für die nächsten Tage einen Mietwagen bekommen.

Am 23. September besuchten wir Lecce, die mit 95.000 Einwohnern recht große Provinzhauptstadt. Die Stadt ist berühmt für ihre prächtige Barockarchitektur aus goldgelbem Tuffstein und wird auch als „Florenz des Südens“ bezeichnet.

Piazza del Duomo

Uns gefiel das Schlendern durch die Gassen abseits des Haupttouristenstroms. Auch hier dominiert der warme goldgelbe Farbton.

Unterwegs in Lecce

Abends hatten wir Diane und Marc aufs Boot eingeladen. Bei Snacks, Rosé und Bier führten wir interessante politische Gespräche. Die beiden würden es sofort begrüßen, wenn ihr Land ein assoziiertes Mitglied der EU würde. Als wir uns verabschiedeten, versprachen wir uns, in Kontakt zu bleiben. Sie würden am nächsten Tag nach Brindisi segeln, ihre vorletzte Etappe auf dem Weg nach Bari. Mehr als 30 Meilen gegen starken Nordwind zu kreuzen, war eine Ansage, aber mit einer Hanse 50 mit Wendefock durchaus machbar. Uns war inzwischen klar, dass unser Aufenthalt in San Foca noch weitere drei Tage dauern würde und wir dann wieder zurück nach Griechenland segeln würden.